Hände die Schraubenschlüssel übergeben

Nachfolge mit Plan: Wer loslässt, bestimmt selbst wie

Mich treibt das Thema Nachfolge um, seit ich die Zahlen dazu gesehen habe. Zwischen 2026 und 2030 werden 186.000 Unternehmer in Deutschland einen Nachfolger suchen. Die Babyboomer gehen in Rente, die Nachfolgesuche wird schwieriger. Und wer keinen Nachfolger findet, macht irgendwann das Licht aus. Arbeitsplätze fallen weg, Umsatz und Gewinne verschwinden, Steuereinnahmen sinken und Zulieferer und Partner spüren die Folgen als Nächstes.

Lassen Sie mich eine Geschichte aus meinem Freundeskreis erzählen.

Ein Beispiel aus dem Leben

Ein Unternehmer und Erfinder zahlreicher Patente führte sein Unternehmen 65 Jahre lang – engagiert, mit ganzem Herzen dabei. Sein Unternehmen war sein Baby, seine Lebensaufgabe. Warum also über Nachfolge nachdenken?

Dann kam sein Tod im Alter von 91. Seine Kinder erbten das Unternehmen, waren aber nie in das Geschäft eingebunden. Sie waren aus beruflichen Gründen für die Nachfolge im Unternehmen vom Vater nie vorgesehen worden. Plötzlich standen sie vor vielen offenen Fragen: Was muss dringend geregelt werden? Wie soll es weitergehen? Wer soll das Unternehmen weiterführen? An wen können wir es verkaufen?

Warum fällt Unternehmern das Loslassen so schwer?

Wer Jahrzehnte lang eine Firma aufgebaut hat, für den ist das eigene Unternehmen mehr als ein Job. Es ist ein Stück der eigenen Identität und Geschichte.

Loslassen fühlt sich daher nicht nach Erfolg an, sondern eher nach Verlust. Genau deshalb ist aber die Nachfolgeplanung für den Unternehmer mehr als ein bürokratischer Akt. Es ist auch ein persönlicher Prozess und wer das anerkennt, kann ihn bewusster und letztlich auch leichter angehen.

Nachfolgeplanung als Change-Projekt

Für uns ist die Nachfolgeplanung ein klassisches Change-Projekt. Es geht nicht nur um Verträge und Formalitäten. Ein Übergang betrifft immer Menschen. Was bedeutet der Wechsel für die Kunden? Was ändert es für die Mitarbeiter und Führungskräfte?

All das will bedacht und gestaltet sein. Und das gelingt besser, wenn für den Übergangsprozess ausreichend Zeit eingeplant wird.

Der erste Schritt – heute

Es muss nicht alles sofort geregelt sein. Aber mit drei Fragen kann ein Unternehmer sich selbst ein Bild machen:

  • Was würde mit meinem Unternehmen passieren, wenn ich morgen länger ausfalle?
  • Gibt es jemanden, der es weiterführen könnte und weiß diese Person das?
  • Was ist mir bei einer Übergabe wirklich wichtig?

Wer diese Fragen ehrlich für sich beantwortet, hat den wichtigsten Schritt bereits getan. Anfangen.

Mit einer rechtzeitigen Planung behält der Unternehmer die Kontrolle – über den Prozess, den Zeitpunkt und das Ergebnis. Kurz: Er bestimmt selbst, wie er loslässt.