Was haben Lauftraining und Unternehmenstransformation gemeinsam?
Der erste Lauf war zäh. 6:30h morgens, es nieselt und ist kalt – außerdem riecht es im Wald um mich herum nach Wildschweinen. Ich überlege kurz, umzukehren, entscheide mich aber für das Weiterlaufen.
Endlich wieder regelmäßig Laufen, das war mein Wunsch und mein Ziel. Wie viele Anläufe hatte ich dafür schon genommen über die Jahre, eine Zeit lang lief es immer es gut, ich war motiviert und hatte Freude an dem Neuen. Und dann. Irgendwas passierte immer. Zu lange geschlafen, zu stressig, Krankheit, Kinder, die Couch war so verlockend. „Nur einmal aussetzen, heute bin ich zu müde, ich muss noch was erledigen. Wenn ich gesund bin, laufe ich sofort wieder…“ Und schon war die neue Aktivität wieder eingeschlafen, hing im Schrank der guten Vorsätze. Was für ein Frust! Warum kriege ich das nicht hin?
Vor einigen Monaten habe ich einen neuen Anlauf genommen. Diesmal war der Unterschied: ich wollte nicht sofort „besser werden“ sondern vor allem dranbleiben, mit meinem großen Ziel dauerhaft regelmäßig zu laufen. Ich setzte auf ein personalisiertes Lauftraining. Statt der großen Runde ein kleines, machbares Laufprogramm. Es fühlte sich plötzlich ganz leicht an. Die halbe Stunde? Das schaffe ich vor dem Frühstück! Und ich verstand: wie so oft geht es nicht um den großen Wurf, sondern die vielen kleinen Schritte dorthin!
Was hat das mit Unternehmenstransformation zu tun? Ziemlich viel. Wir erleben dieselbe Dynamik in den Projekten, die wir begleiten: Begeisterung am Anfang, große Pläne, alle wollen loslegen. Und dann kommt der Alltag. Alte Gewohnheiten tauchen wieder auf, Routine blockiert Fortschritt, Menschen zögern, wenn Neues ungewohnt ist.
Vor einigen Wochen in einem Workshop stand ein Team vor genau dieser Hürde. Die Initiative war spannend, die Ziele klar, aber die Umsetzung stockte. Uns wurde klar: Der Blocker war nicht die Idee, sondern die Dauer und Komplexität des Vorhabens – genau wie bei mir beim Laufen. Zu viele große Aufgaben gleichzeitig demotivieren, aber kleine, machbare Schritte führen zum Erfolg.
Und die wichtigste Erkenntnis? Auch im Unternehmen gilt: Dranbleiben ist wichtiger als Perfektion. Ziele erklären und motivieren, kleine Schritte halten Veränderung in Bewegung, und der Erfolg entsteht oft leise – fast nebenbei.
Mach es dir leicht!
Was du aus dieser Geschichte mitnehmen kannst:
- Klare Ziele motivieren mehr als vage Wünsche.
- Kleine Schritte halten Veränderung am Laufen.
- Dranbleiben darf leicht sein – manchmal geht es mit Hilfe besser

